Die unerhört lustvollen Histamin-Gluten-Lactose-freien ESS-kapaden der Nathalie Gleitman

Nathalie Gleitman

So lecker kann Verzicht sein: Wie Nathalie Gleitman sich gesund schlemmte …

Sie war das nette Mädchen von nebenan, doch im Angesicht ihrer Histamin-Intoleranz wurde sie zur Food-Rebellin: Statt sich wie andere Allergiker in Askese zu üben, machte Nathalie Gleitman aus der Not eine Tugend und aus ihrer Küche ein kreatives Forschungs-Labor. Und der Erfolg gibt ihr Recht: Plötzlich sind ihre Veggie-Burger, Healthy Sweets und Quinoa-Pizzen in aller Munde. Sowie Ansporn und Inspiration für alle, die lieber locker lifestylen als zu leiden: Denn warum soll Gesundsein dort aufhören, wo Genuss beginnt!

Zurheide: Nathalie, Sie sind eine erfolgreiche Jung-Entrepreneurin. Ihre Happy Healthy Food-Fibel wird derzeit sogar in Cosmopolitan, Elle, Madame, Glamour, Jolie und Gala empfohlen. Dazu strotzen Sie vor Energie und Lebensfreude. Doch das war nicht immer so …

Nathalie: Touché: Kurz nach meinem Bachelor-Abschluss litt ich unter einer Vielzahl an Symptomen wie Migräne, Magenkrämpfen, Schwindelgefühlen und Schlafstörungen. Monatelang lief ich von Arzt zu Arzt, bis meine Unverträglichkeiten endlich diagnostiziert werden konnten. Demzufolge galt es Gluten, Laktose und Histamin strikt zu meiden. Essen war plötzlich nichts Selbstverständliches mehr.

Zurheide: Dann nahmen Sie Ihre Ernährung selbst in die Hand; schlemmten sich förmlich gesund. War das nicht etwas gewagt, so ganz ohne medizinische Vorkenntnisse?

 Nathalie Gleitman
„Nothing is unfixable“: unterwegs in einen neuen Lifestyle

Nathalie: Nach meiner Ärzte-Odyssee hatte ich schon mal ein Grundwissen über Nahrungsmittel erworben, die künftig auszuschließen waren. Diese Diät habe ich aus der Not heraus von jetzt auf gleich umgesetzt. Und tatsächlich: Mir ging es nach 24 Stunden schon deutlich besser und nach einer Woche waren meine Beschwerden abgeklungen. Um mich weiter fortzubilden, betrieb ich intensiv Ursachenforschung, wälzte Health Journale, googelte anerkannte medizinische Fachportale und scrollte mich durch die Ratgeber-Foren, um die Zusammenhänge zu verstehen und möglichst viele Erfahrungsberichte auszuwerten. Darunter befand sich jedoch kaum anwendbares Wissen, wie sich meine Intoleranzen täglich berücksichtigen ließen, ohne ständig große Kompromisse eingehen zu müssen. Deshalb begann ich selbst zu kochen und auszutesten, wie sich mein stressiger Alltag optimal organisieren ließ, damit ich einfach happy und healthy sein konnte!

Zurheide: Also beschritten Sie einen ganzheitlichen Lösungsweg, der auch durch den Magen führte, nur diesmal auf wesentlich genussvollere Art …

Nathalie: Allerdings: leckerer und vor allem abwechslungsreicher. Diesen neuen Lifestyle wollte ich jetzt meinen Leidgenossen vorleben: jung, frisch, dynamisch, statt verzagt und voller Entbehrungen. Dafür steht mein Blog nathaliescuisine.com

Zurheide: Aufgewachsen in München, Tel Aviv und London betrachten Sie sich als Kosmopolitin: Inwiefern hat das Ihr Ernährungskonzept kreativ beeinflusst?

Nathalie: Dieses Pendeln zwischen den Kulturen und Kontinenten öffnete mich auch für andere kulinarische Traditionen. Bald schon betrieb ich aktiv Cherry Picking, pickte mir stets die besten Rezepte und Zutaten heraus. In nahezu jedem Land gibt es etwas Neues zu entdecken, das dann in meine Rezepte einfließt und ihnen bisweilen einen Hauch Exotik verleiht. So lebt die asiatische Küche durch eine Vielfalt von Gewürzen und Aromen. Mich fasziniert, was sich allein aus Kokosnuss zaubern lässt. In Israel wird dann wieder viel mit frischen Kräutern gekocht, auch Wassermelone mit Feta-Käse, Süß-Salziges oder der Einsatz von Pfefferminzen sind landestypisch. Und dann die deliziösen Dattel-Desserts und Snacks – Satisfaction pur!

Zurheide: Ihr Ernährungskonzept HAPPY HEALTHY FOOD ist mehr als eine neue Kochrichtung: Für Sie ist es längst zum Lebensgefühl geworden …

Nathalie: Anfangs war es der Leidensdruck, der mich motivierte. Dann merkte ich, wie lecker und gesund man sich ernähren kann, auch ohne Histamin oder Gluten. Diese Erkenntnis transformierte ich in einen lustvollen, lebensfrohen Lifestyle. So entstand mein Blog, wo ich Alltagstipps für Ernährungs-Sensitive gebe, damit sie genussvoll durch den Tag gelangen, ohne spürbaren Verzicht. Er richtet sich ebenso an sonst gesunde Menschen, die einfach mal was Neues probieren wollen.

Zurheide: Oder ohne Aufwand ein sterneverdächtiges Gericht zaubern: Konnten Sie denn immer schon so gut kochen?

Nathalie: Anfangs war ich voll „anti Küche“ eingestellt, Frauen gehörten für mich nicht hinter den Herd. Deshalb sind meine Rezepte bewusst einfach gehalten, jeder kann sie ohne Zeitverlust umsetzen.

Zurheide: Nahrungsmittel-Intoleranzen sind ein komplexes Thema, so vielschichtig, dass viele Betroffene irgendwann resignieren. Welche Tipps und Tricks können Allergiker, die Ihr Buch lesen, gleich danach umsetzen?

Nathalie: Es ist die perfekte Starthilfe, auch für den Direkteinstieg. Gleich auf den ersten vierzig Seiten ist alles Wissenswerte überschaubar zusammengefasst: die Basics, eine Einkaufsliste, Checklist der wichtigsten Food-Facts und gute Alltagstipps inklusive.

Zurheide: Wie man seine Ernährung während eines Landstreckenfluges managt. Was man auf Reisen isst. Oder wie man sich verhält, wenn man eingeladen ist.

Nathalie: Das ist ein Kapitel für sich, man möchte seine Gastgeber ja nicht enttäuschen. Gleichzeitig gilt es aber selbstbewusst mit der Food-Sensibilität umgehen.

 Nathalie Gleitman
„Versteckt Euch nicht!“ – Botschaften an Betroffene auf Instagram & Co.

Zurheide: Doch nicht immer gelingt der Balanceakt …

Nathalie: Ein bisschen verrückt ist das manchmal schon. Wie neulich: Alle waren eigentlich voll ins Bild gesetzt, dazu noch Freunde von Freunden. Trotzdem gab es dann plötzlich Tomatensalat (Histamin-Alarm!) oder Sojasauce (Glutamat- und Histamin-Alarm!). Das war natürlich Stress für mein Immunsystem. Zu Hause hab ich mir dann erst mal was Leckeres gekocht, das ich vertrug.

Zurheide: Können Sie verstehen, dass der eine oder andere Gastgeber damit überfordert ist?

Nathalie: Absolut. Aber ich möchte auch den Betroffenen zurufen: „Steht endlich dazu!“ Etwas anecken ist allemal besser als wieder krank zu werden. Warum nicht zum Beispiel anbieten, für das Dessert zu sorgen. Das wird oft dankbar angenommen. Am Ende heimst man sogar Lob ein, denn viele sind erstaunt, wie lecker histamin- und glutenfreie Küche sein kann. Es muss ja nicht immer die fette Sahnetorte sein.

Zurheide: Trotzdem gibt es Nahrungsmittel, die Sie noch immer nicht essen dürfen: Welche vermissen Sie am meisten und wie schwer fiel Ihnen die Umstellung?

Gleitman: Richtig fehlen mir nur die Avocados, weil sie in der veganen Küche so vielfältig einsetzbar sind. Alles andere lässt sich mit ein bisschen Fantasie und Kreativität durch nicht minder schmackhafte Zutaten ersetzen.

Zurheide: Apropos kochende Leidenschaft: Kann sich denn Ihre histamin-, gluten- und lactosefreie Cuisine mit den Raffinessen der Haute Cuisine messen? Anders gefragt: Mit welchem sterneverdächtigen Frei-von-Menü würden Sie auf unserem Gourmet Festival, das diesmal den Köchinnen gewidmet ist, brillieren?

Nathalie: Herausforderung angenommen! Also: Als Starter frischen Fenchelsalat mit geröstetem Kürbis, dann Zuchinispaghetti mit Basilikum-Pesto, optional auch Radicchio-Wraps mit Quinoa-Füllung. Als Hauptspeise würde ich Lachsfilet im Gemüsebett kredenzen, ein altes Rezept von meiner Mama. Und als Nachtisch glutenfreien Pfirsichkuchen, vanillig-fruchtig, locker-leicht und superlecker. Noch Fragen?

Zurheide: Yummie! 😉

 Nathalie Gleitman

Weiterführende Links:

Nathalies Cuisine als Blog & Buch:
www.nathaliescuisine.com/de/
Nathalies V-log auf YouTube:
www.youtube.com/channel/UC8BZXbW1hQd9V8poKOMWr3Q

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