Der Supermarkt der Zukunft

„Quo vadis, Zurheide?“ oder: „Wohin GERÄT die Welt?“

Der Supermarkt der Zukunft

QR-Code-Shopping, Self-Check-out, virtuelle Geschäfte: Die digitale Revolution erobert unseren Einkaufs-Alltag, eine Armada immer intelligenterer Geräte scheint die Kontrolle zu übernehmen. Schaffen wir uns gerade selbst ab? Vielleicht werden wir sogar mächtiger, klüger und effizienter als jemals zuvor. Denn unsere Vorlieben und Bedürfnisse liefern die Blaupause für jede Daten-Kreation. Ob vorwitziges Cookie, neunmalkluger Suchroboter oder allwissender Office-Assistent: Sie alle werden zunehmend gesprächiger, einfühlsamer, sensibler. So betrachtet sind Maschinen auch nur Menschen …

Den Masterplan für den Supermarkt der Zukunft hat die Natur selbst erstellt. Er ist zugleich Bauplan für unseren Traum von einer besseren Welt. Feine Sensoren messen darin die Helligkeit des Tageslichts und schalten nur bei Bedarf elektrisches Licht ein, Photovoltaik-Anlagen erzeugen Solarstrom und Regenwasser übernimmt die Fußbodenreinigung. Der Konsum wird jedoch nicht nur verantwortlicher und nachhaltiger, sondern auch sozialer: Immer mehr beginnen die Objekte, die uns täglich umgeben, „mitzudenken“.

Küchenfeen, Wasserträger & andere gute Geister

Der Kühlschrank meldet Handlungsbedarf: „Odilia, deine Vorräte neigen sich: Es fehlen Butter, Eier, Käse, Marmelade und dein Lieblings-Jogurt!“ Und die schlaue Maschine weiß noch mehr: Unweit der Wohnung befinden sich zwei Märkte mit Lieferservice, im ersten ist der Nuss-Jogurt gerade vergriffen, in dem anderen gerade im Angebot.
Unsere zukünftige Kundin – heute neun – verkörpert eine Generation, die sich nur noch dunkel an die Zeit erinnert, als man noch mit Münzen bezahlte, Einkaufszettel schrieb oder schwere Tüten nach Hause schleppte, statt einfach einen Code zu scannen. Denn in spätestens 15 Jahren weichen solche mühsamen Rituale dem rasanten Wandel im Einzelhandel: Alle Produkte sind passgenau auf den Verbraucher zugeschnitten und kontaktlose Bezahlsysteme haben längst das Portemonnaie verdrängt. Zudem ist der Händler der Zukunft im Alltag nahezu omnipräsent.
Auf interaktiven Plakaten oder über andere Kontaktpunkte im öffentlichen Raum steht überall dort Assistenz bereit, wo wir sie anfordern: an der Haltestelle, im Park oder eben zu Hause am Kühlschrank, wo sich die aufzufüllenden Vorräte bequem über ein Lesegerät am Handy einscannen und in eine digitale Einkaufsliste übertragen lassen.  All diese Touchpoints haben viele Positionen und nur eine Mission: die Zukunft so zugänglich wie möglich zu machen.
Einen Vorgeschmack auf den Hi-Tech-Einkauf von morgen liefert der Einkaufsbereich Food Distrikt auf der Expo 2015 in Mailand. Dort werden die Produkte nicht mehr im Regal, sondern horizontal, mit aufsteigender Anordnung, wie auf einem Marktplatz, angeboten.
Statt der traditionellen Etiketten erteilen Bildschirme Auskunft über Nährstoffgehalt, Herkunft oder Co2-Bilanz eines Lebensmittels. Ein amüsantes Add-on sind freundliche Wort-Roboter, die sich allerdings noch im Teststadium befinden. Als Rädchen im Getriebe und Vertrieb sollen die Kraken ähnlichen Assistenten praktische Tipps zu Lagerung oder Zubereitung eines Lebensmittels erteilen. Andere Inseln haben an der Front ein Touch-Tablet, auf dem sich weitere Informationen zu den in der Nähe liegenden Produkten abrufen lassen. Die Apparatur ist jedoch technisch noch nicht ausgereift, das Presenting etwas hölzern.

Wenn der Einkauf zur Expedition wird …

… beginnt der Freizeitspaß schon an der Fischtheke: Meeresrauschen und Möwengeschnatter laden zum Entspannen und Verweilen ein, es verströmt ein dezenter Duft nach Kräutern der Provence. Als Bodenprojektionen schlängeln sich interaktive Wale, Delfine und Tintenfische durch eine imaginäre Unterwasserwelt. Bezahlt wird später komfortabel per Fingerabdruck, dieser ist bekanntlich stets zur Hand.

„Touch me!“ – die Zukunft zeigt sich zugänglich

Nach dem Self-Checkout hat der Kunde die Wahl. Nimmt er den gesamten Einkauf gleich mit nach Hause, dann verstauen Einkaufshilfen Mineralwasser, Konserven und andere Produkte aus dem Nicht-Frischebereich bereits im Kofferraum. Ist er ohne Auto unterwegs, kann er sich für die Heimlieferung entscheiden. Über diverse Gebinde werden die Artikel dann zusammengeführt und noch am gleichen Tag mit einer Flotte geliefert. Auch terminierte Lieferung sowie ein Zusammenführen mit den Einkäufen von Familienmitgliedern in anderen Zweigstellen ist auf Wunsch möglich.

Der „hybride“ Kunde im Dreieck zwischen Komfort, Fitness & Lebensfreude

„Ich bin viele“: Mit diesem Verbrauchertyp ist keine multiple Persönlichkeit gemeint, sondern einfach nur eine sehr vielschichtige. Das kann jeder schon heute bei sich selbst feststellen: Wir reagieren anders auf Kaufanreize, wenn wir uns im familiären Umfeld, im Büro oder am Wochenende mit Freunden im Fußballstadion bewegen.
Gelenkt werden wir dabei hauptsächlich von dem Bedürfnis nach Convenience, Selbstverwöhnung und gesunder Ernährung. Ein Latte to go, ein Magnum-Eis oder eine Vitamin-Pille? Am liebsten ein Produkt, das alle Vorteile vereint, genussvoll und mobil zugleich ist. Besonders das zeitsparende „Snacking“ wird angesichts der wachsenden Anforderungen unserer beschleunigungshungrigen Multitasking-Gesellschaft beliebter, ebenso leistungssteigernde Lebensmittel.

Der Supermarkt der Zukunft

Hier bewegt sich der Trend jedoch wieder auf natürliche Energiequellen zu. Dazu zählen nicht nur Wirkstoffe wie Taurin und Koffein, sondern auch Superfrüchte wie Granatäpfel, Goji-Beeren oder sibirischer Ginseng, ein natürlicher „Neuropusher“ ohne negative Nebeneffekte. Einige Produkte entfalten eine multidimensionale Wirkung, wie schon heute manche Drinks in Asien, die wie Sonnenmilch wirken oder die Haut aufhellen. Auch Haut straffende Collagen-Drinks sind bereits auf dem Markt, oder Schlankheitsartikel: So existiert in den USA ein Drink, der während des Konsums 200 Kalorien verbrennt. Lebensmittel mit diesem Doppel- oder Vielfach-Nutzen werden nach Aussage von Trendforschern in zwanzig Jahren längst keine Ausnahme mehr bilden.

„Crown“ of Düsseldorf

Crown-Haus

Die Suche nach dem Mekka der Genüsse, dem künftigen Gral aller Düsseldorfer Gourmets, irgendwo zwischen gewagter Vision und unternehmerischer Verrücktheit, hat bei Zurheide einen neuen Namen: das Crown-Haus. Wie ein Phönix soll die neue Zurheide Dependance zum Jahresausklang aus dem Bauschutt des alten Kaufhofes steigen, der für diesen Zweck rekultiviert wird – in ein 12.000 Quadratmeter großes Schlemmer-Schlaraffenland. Ein Glaspalast beispielloser Strahlkraft, welche sich schon allein aus der Kühnheit des Entwurfes speist: Zurheide allover – auf allen Ebenen inklusive gigantisches Parkhaus im Obergeschoss. Wenn der Food-Tempel Ende 2017/Anfang 2018 seine Pforten das erste Mal öffnet, nimmt er den staunenden Besucher mit auf eine Genuss-Expedition der Superlative. Unterwegs gibt es all das zu sehen, was „zurheidig“ ist, jene Einkaufsvorteile, die das prämierte Einzelhandelskonzept ausmachen, jedoch in neuer Dimension: darunter exklusive Grillstationen, Salat to go sowie eine Eis- und Schokoladenfabrik de luxe. Allein die nachts erleuchtete Lichtfassade mit LED-Einsteuerung ist eine neue Landmarke für das Viertel, so die beauftragten RKW-Architekten. Dieter Schmoll: „Es wird eine kleine Reminiszenz an die historischen Horten-Steine geben. Bauen im Bestand verursacht jedoch schon mal die eine oder andere Überraschung. Wir haben hier viele erlebt: Die Decken-Tragkraft war nicht im vollen Umfang gegeben, so dass einige davon erneuert oder gefräst werden mussten, um die Ebenengleichheit zu gewährleisten. Manche Teile des Crown sollen jedoch schon früher fertig werden, darunter der Parkplatz und das darüber liegende Hotel mit 200 Betten.“
Die Macher sind jedoch von dem Standort tief überzeugt. Er habe als Handelsplatz eine gelebte Tradition, sei verkehrstechnisch optimal angebunden und werde mit dem einzigartigen Konzept von Zurheide das Umfeld der Kö weiter stärken.
Dass der neue Fixstern am Feinschmecker-Firmament auch Arbeitsplätze schafft, auswärtige Besucher anzieht und die Innenstadt belebt, wovon dann wieder die umliegende Infrastruktur profitiert, ist eine den Stadtvätern sehr willkommene Begleiterscheinung. Der Düsseldorfer OB Thomas Geisel beim Richtfest: „Ein hochwertiger Markt ist genau, was dieses Quartier braucht: eine Attraktion, einen echten Anziehungspunkt. Das Stadtviertel wird aufgewertet.“

Warum soll Qualität da aufhören, wo Quantität beginnt!

Supermärkte dieser Größenordnung kennt man in Deutschland kaum. Geschaffen wird etwas europaweit Einzigartiges, mit traditioneller Produktion am Stand, die den Frischebereich umrahmt, einem vegetarischen Restaurant am Haupteingang gefolgt von einer Pâtisserie und Kaffeebar, dann ein japanischer Bereich mit Sushi, Suppen- und Nudelangeboten, ehe es mit einer Oase frischer Säfte Obstsalate und einer italienischen Bäckerei weitergeht. Die Vielfalt ist schier grenzenlos: Auch im Erdgeschoss, aus dessen Mitte man über Rollsteige in Ergänzung zu Aufzügen problemlos mit dem Einkaufswagen ins Parkhaus oder nach unten gelangt, gibt es viel zu erleben: einen großen Obst- und Gemüsebereich, einen Bio-Markt sowie die ganze Welt der Süßigkeiten und Tiefkühlkost. Eine Etage darunter wartet eine große Weinabteilung mit Gourmet-Restaurant, die Käsewelt mit eigener Mozzarella-Produktion, eine große Sekt- und Champagner-Insel mit Probier-Bar, dann natürlich eine riesige Vielfalt an Wurst- und Fleischwaren mit Schinkenbar und Grillpoint, eine Meereslandschaft mit fangfrischem Fisch und Fischspezialitäten, Pasta-Angebote mit eigener Produktion, Milchprodukte, Backwaren, live-gepresstes Olivenöl und Feinkost in allen Variationen. Kosmetik, Babynahrung, Hygieneartikel- und Putzmittel finden sich hier ebenfalls. Wozu erst woanders hin!

Tante Emma 4.0 – unsere Einkaufswelt entwickelt Intuition …

Die alltägliche Steuerung von Shopping-Assistenten über Sprache ist in greifbare Nähe gerückt. So tüfteln Google-Wissenschaftler schon lange daran, Maschinen klüger zu machen, indem sie ein menschliches Verständnis ihrer Umgebung entwickeln. Im Rahmen eines Experimentes zeigten sie einem unprogrammierten Computer tagelang YouTube-Videos. Dieser reagierte wie das Gehirn eines Neugeborenen und begann, sich die Welt selbst zu ordnen. Am Ende erkannte er Objekte, Menschen und sogar Katzen.
So betrachtet erklimmen wir gerade eine neue Stufe der Evolution: vom Homo sapiens zum Homo augmented, erweitert um künstliche Vernunft.

Weibliche Intuition: Der neue Google-Avatar ist eine Frau

Das stärkt die neue Autorität des Verbrauchers: Ließ sich früher noch mit wolkigen Worten werben, von einem imaginären Podest herab, eröffnet heute einfach jemand einen Internet-Blog und erklärt, dass der „Kaiser“ nackt ist. Ein Grund mehr für uns, lieber in gute Lebensmittel zu investieren als in Reklame: Transparenz ist Teil unserer Unternehmenskultur.

Manche warten auf die Ewigkeit. Wir fragen: Warum nicht heute?

Unsere Philosophie wurde schon mal unter dem Stichwort Vielfach-Denke zusammengefasst: Es ist einfacher, alles vielfach besser als nur eine Nuance besser zu machen. Denn wer sich nur in Trippelschritten vorwärtsbewegt, kommt nie auf eine radikal bessere Idee. Im Schulterschluss mit unseren Kunden können wir den Raum des Machbaren neu vermessen und mit etwas Glück sogar punktgenau in der Wirklichkeit landen. Lassen Sie uns gemeinsam wachsen, träumen und unseren Radius erweitern: nicht nur im Netz, sondern auch in der Welt, die uns täglich umgibt. Denn Menschen sind mehr als Maschinen und Algorithmen, bloße Konstrukte aus Wahrscheinlichkeiten, Erwartungen und Gewohnheiten. Jeder von uns ist komplexer als alle Daten, die es über ihn gibt. Es bleibt immer ein Quäntchen Unberechenbarkeit. Und das ist gut so.

Von Dr. Claudia Roosen

Nächste Ausfahrt Datenautobahn:
ww.facebook.com/ZurheideFeineKost
www.zurheide-kaffee.de
www.gourmet-tage.de

Fotos:
Udo Schucker
monolitho
thampapon1 – Fotolia.com
Sergey Nivens – Fotolia.com
Ruhr Medien

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